Wie pflege ich Materialien richtig? Allgemein lässt sich das nicht beantworten, denn es hängt natürlich vom Material ab. Deshalb lohnt es sich, die Eigenschaften und Pflegeregeln unserer Kleidung zu kennen. Heute verrate ich Ihnen ein paar Tricks, wie Sie Kleidung pflegen, damit sie länger ihre Qualität behält. Vorweg: Besondere Behandlung brauchen Naturmaterialien wie Seide, Wolle oder Leinen. In diesem Beitrag lernen Sie auch die Pflegeregeln für Viskose, Mikromodal und Tencel™ kennen. Viel Spaß beim Lesen!
1. Waschen
Am schnellsten kann das Waschen Ihre Kleidung beschädigen: Die falsche Temperatur oder zu starkes Schleudern können das Aussehen komplett verändern (eingelaufene Hose, ausgeleierter Pullover – vielleicht ist Ihnen das schon passiert). Wichtig ist also, den Piktogrammen auf dem Etikett zu folgen, das meist in der Seitennaht eingenäht ist. Hier eine kurze Übersicht.

Bei 30 Grad Celsius waschen wir:
- Viskose,
- Modal,
- Tencel™ (Lyocell),
- Acryl,
- Alpaka (außer das Etikett empfiehlt ausdrücklich Handwäsche),
- Wolle (hier jedes Mal das Etikett lesen – mal 30 Grad, mal nur Handwäsche).
Bei 40 Grad waschen wir::
- Baumwolle,
- Polyester,
- Leinen.
Bei 60 Grad waschen wir:
- Handtücher,
- Geschirrtücher,
- stark verschmutzte Kleidung.
Von Hand waschen wir:
- Kaschmir,
- Spitzenunterwäsche.
In die chemische Reinigung geben wir:
- Seide (manchmal geht auch Handwäsche, das hängt aber vom Etikett und der Herstellungsart ab; meist chemische Reinigung),
- Wollstoffe (Anzüge, Kostüme),
- Jacken,
- Mäntel,
- festliche Kleider.
Schleudern:
Bei sehr empfindlichen Materialien und Wollstrick verzichten Sie am besten aufs Schleudern oder wählen die niedrigste Stufe und drücken die Feuchtigkeit stattdessen in einem Handtuch aus. Wichtig: Viskose mit niedriger Drehzahl schleudern, weil sie oft einläuft.
Waschmittel:
Heute gibt es eine große Auswahl an Waschmitteln. Es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen, denn sie können Nebenwirkungen des Waschens wie Ausbleichen verhindern.
2. Trocknen
Der Trockner spart natürlich viel Zeit, doch nicht jede Kleidung verträgt ihn. Prüfen Sie deshalb, was der Hersteller auf dem Etikett empfiehlt. Manche Materialien, z. B. Wollstrick, müssen liegend getrocknet werden, damit sie sich nicht dehnen, und sollten in einem Handtuch ausgedrückt werden – nicht auswringen, sonst dehnen sich die Fasern. Materialien in kräftigen Farben sollten nicht in der Sonne trocknen, weil sie ausbleichen können.

3. Bügeln
Auch die richtige Bügeltemperatur beeinflusst die Qualität unserer Kleidung; die Temperaturen entsprechen den Punkten auf dem Temperaturregler. Die niedrigste Temperatur verwenden Sie für synthetische und Chemiefasern (Mikromodal, Lyocell, Viskose). Bügeln Sie Kleidung auf links, damit keine glänzenden Stellen entstehen.

4. Aufbewahrung
Wie wir Kleidung aufhängen oder in den Schrank legen, beeinflusst auch ihre Form und ihr Aussehen. Am besten vermeiden Sie Knitter, indem Sie Kleidung hängend aufbewahren. Eine Ausnahme sind Pullover, die sich dehnen könnten – sie falten wir. Am besten sind Holzbügel, die langlebiger als Plastikbügel sind. Blazer und Mäntel sollten auf Bügeln mit breiten Schultern hängen, damit sich die Schultern nicht verformen. BHs bewahren wir ausgebreitet auf, die Cups nicht ineinanderstecken.
Wie Sie sehen, beeinflussen viele Faktoren die Lebensdauer von Kleidung, vom Waschen bis zur Aufbewahrung. Ich glaube aber, dass jedes gepflegte Kleidungsstück Ihnen die Mühe mit einem schönen Aussehen dankt. Wenn Sie Fragen zur Kleiderpflege haben, schreiben Sie einen Kommentar unter diesen Artikel!
Anna Ochman, Stylistin